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Der Glanz der Arethusa

Syrakus, Tetradrachme, Kopf der Arethusa, 413-400 v. Chr.
Syrakus, Tetradrachme, Kopf der Arethusa, 413-400 v. Chr.

Description
DER GLANZ DER ARETHUSA
Schon von dem römischen Kaiser Augustus (31 v. Chr.−14 n. Chr.) wird überliefert, dass er gerne alte merkwürdige Münzen verschenkte (Suet. Aug. 75, 1). Der italienische Dichter Francesco Petrarca (* 1304, † 1374) scheint dann der Erste gewesen zu sein, der eine bedeutende Münzsammlung besaß, und in dieser humanistischen Tradition ist auch der eigentliche Begründer des Münchner Münzkabinetts, Herzog Albrecht V. (1550−1579), zu sehen.
Nach Anfängen in der Barockzeit entwickelte sich die Münzkunde in der zweiten Hälfte des 18. Jhs. von der „Münzbelustigung“ zur Wissenschaft. Bezeichnend dafür ist eine Bemerkung Johann Wolfgang Goethes, der nach seiner Begegnung mit dem aus Gotha stammenden Theologen und Altertumswissenschaftler Friedrich Münter (* 1761, † 1830) notierte, dass jener dabei sei, „die Münzwissenschaft auf scharfe Kennzeichen, wie die Linnéschen“ es sind, zurückzuführen (Ital. Reise unter dem 20. Dez. 1786).
Gleichzeitig arbeitete in Wien der Jesuit Joseph Hilarius Eckhel (* 1737, † 1798) an seinem achtbändigen Werk Doctrina Numorum Veterum, das 1792/98 erschien und damit die Numismatik endgültig als selbständige Wissenschaft mit eigener Fragestellung und Methodik zwischen Historie und Kunstgeschichte etablierte.
Als dieser Entwicklung in hohem Maße förderlich erwies sich die Anbindung des Münchner Münzkabinetts, das seit 1785 unter der Leitung von Franz Ignaz von Streber (*1758, † 1841) stand, an die 1759 neu gegründete Akademie der Wissenschaften und dessen Attributierung (1807−1827), zumal dieser mit ihrem ersten Generalsekretär Friedrich von Schlichtegroll (* 1765, † 1822) ein Wissenschaftler vorstand, der klassischer Philologe und Numismatiker zugleich war.
Von Strebers Schriften jener Jahre ist insbesondere die im Jahr 1816/17 als Denkschrift der Königlichen Akademie publizierte historisch-numismatische Untersuchung zu dem unikalen Goldstater des seleukidischen Gegenkönigs Achaios zu erwähnen, der im Jahr 214/13 v. Chr. bei Sardeis in Kleinasien grausam hingerichtet wurde.
Die bis in das Jahr 1936 reichenden vielfältigen Verbindungen zwischen Münzkabinett (seit 1919: Münzsammlung) und Akademie werden in der von der Staatlichen Münzsammlung München vom 27. 3. bis 31. 10. 2009 präsentierten Ausstellung „Der Glanz der Arethusa“ unter drei Schwerpunkten thematisiert:
Im Mittelpunkt stehen die beiden Konservatoren und Akademiemitglieder Franz Ignaz von Streber und dessen Neffe Franz Streber (*1806, † 1864), deren wissenschaftliche Bedeutung für die Numismatik anhand ihrer Akademieschriften und der darin behandelten Münzen gewürdigt werden soll.
Darüber hinaus wird Georg Habich (* 1868, † 1932) einem breiteren Publikum vorgestellt, der als Direktor des Münzkabinetts und Mitglied der Akademie umfangreiche Studien zu den Medaillen der italienischen und deutschen Renaissancezeit verfasst und die künstlerische Bedeutung dieser ‚Kunstwerke für die Hand‘ erst recht deutlich gemacht hat.
Schließlich sind aus den reichen Beständen des Hauses moderne Porträtmedaillen und -plaketten auf so hervorragende Gelehrte und Akademiemitglieder wie Alexander von Humboldt, Max von Pettenkofer und Eduard Schwartz zu sehen. <p>
Kay Ehling





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