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Impressionismus und Japanmode. Edgar Degas - James Whistler

James McNeill Whistler: Battersea Reach
James McNeill Whistler: Battersea Reach

Description
2009 feiert die Kunstwelt den 175. Geburtstag von Edgar Degas (1834–1917) und James McNeill Whistler (1834–1903). Die Auseinandersetzung der beiden großen Maler und Grafiker mit japanischer Kunst steht im Mittelpunkt der Überlinger Ausstellung „Impressionismus und Japanmode“. Zum ersten Mal sind unter diesem Aspekt Gemälde, Aquarelle, Handzeichnungen und Druckgrafiken der beiden Künstler einander gegenüber gestellt. Durch die Einbeziehung von Kunst und Kunstgewerbe aus Japan macht die Ausstellung sowohl Unterschiede als auch Gemeinsamkeiten in Degas’ und Whistlers Umgang mit der fernöstlichen Kunst unmittelbar augenfällig.

Die Ausstellung "Impressionismus und Japanmode" zeigt vom 11.07. bis zum 13.09.2009 in der Städtischen Galerie Überlingen mehr als 100 Exponate: Gemälde, Aquarelle, Handzeichnungen und Grafiken von Edgar Degas, James Whistler und Mary Cassatt sowie Kunst und kunsthandwerkliche Objekte aus Japan, unter anderem Farbholzschnitte aus dem 18. und 19. Jh. von Hosoda Eishi, Ando Hiroshige, Katsushika Hokusai, Torii Kiyonaga und Kitagawa Utamaro.

Wissenschaftlicher Kooperationspartner und Hauptleihgeber ist The Hunterian Museum and Art Gallery, Universität Glasgow. Erstmals stellt sie Werke von Whistler und Teile seiner eigenen Japansammlung aus dem Nachlass zur Verfügung, um sie auf dem Kontinent zu präsentieren. Darüber hinaus stammen die zum Teil noch nie öffentlich gezeigten Exponate aus deutschen und internationalen Sammlungen, u. a. dem Germanischen Nationalmuseum Nürnberg, der Ostasiatischen Sammlung der Staatlichen Museen zu Berlin und aus Schweizer Privatbesitz.

Von Claudia Däubler-Hauschke kuratiert, beleuchtet die Ausstellung in ihren fünf Sektionen "Edgar Degas und James Whistler als Sammler japanischer Kunst", "Motivischer Japonismus im Werk von James Whistler", "Edgar Degas: Die Frau bei der Toilette", "Edgar Degas: Die Darstellung von Raum und Bewegung" sowie "Die Wiederbelebung der Radierung: Edgar Degas, Mary Cassatt, James Whistler" zentrale Aspekte, die bei Degas’ und Whistlers Auseinandersetzung mit japanischer Kunst eine Rolle spielten.

Edgar Degas und James Whistler, zwei bedeutende Vertreter des Impressionismus, lernten sich zwischen 1855 und 1860 kennen, als der Amerikaner in Paris lebte und arbeitete. Sie nutzten die Salons der Impressionisten, um ihre Werke publik zu machen, blieben jedoch künstlerisch eigenständig. Beiden gemeinsam ist die intensive Beschäftigung mit japanischer Kunst. Diese wurde durch die Öffnung der Handelswege mit dem fernöstlichen Kaiserreich seit 1854 in Europa bekannt und war derart faszinierend extravagant, dass vor allem in Paris und London eine regelrechte Japanmode ausbrach.

Degas’ und Whistlers künstlerische Auseinandersetzung mit Japan fand ihren Niederschlag sowohl in der Darstellung japanischer Motive als auch in der schöpferischen Anverwandlung japanischer Gestaltungsprinzipien. Der Umgang mit der fernöstlichen Kunst wirft darüber hinaus auch Licht auf die persönlichen und künstlerischen Beziehungen der beiden Künstler zueinander, die bisher kaum näher betrachtet wurden.

Für die Ausstellung und das zweisprachige Begleitbuch werden erstmals der in Teilen noch unpublizierte Briefwechsel zwischen Edgar Degas und James Whistler sowie alle übrigen archivalischen und biographischen Quellen systematisch untersucht.

Mit „Impressionismus und Japanmode“ erinnert Überlingen zum einen an seine eigene impressionistische Tradition des 19. und frühen 20. Jahrhunderts: Maler wie Edward Riché Butler – ein Nachfolger Whistlers –, Gotthardt Kuehl oder Ferdinand Dorsch arbeiteten zeitweise in Überlingen. Gleichzeitig setzt die Städtische Galerie Überlingen ihre erfolgreiche Reihe hochrangiger Themenausstellungen fort, in deren Verlauf u. a. „Wasser in der Kunst. Von Turner bis Nolde“, „Venedig – Sehnsucht nach Klassik“ (beide 2004) oder „Martin Walser und die Kunst“ (2007) zu sehen waren.

Eine Ausstellung der Städtischen Galerie Überlingen in Kooperation mit Hunterian Museum and Art Gallery, Glasgow, unter der Schirmherrschaft der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Dr. Annette Schavan

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen 10-13 Uhr und 14-18 Uhr.





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