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SiemensForum
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1980er - Das neue SiemensMuseum
Jugend im Museum

Um 1980 kündigte sich ein Wandel bzgl. der Zielgruppen an, der bis heute nachwirkt: Man orientierte sich nun weniger an den Fachleuten, sondern versuchte, den interessierten Laien anzusprechen. Deshalb wurde nun auf die bis dahin üblichen, detaillierten technischen Beschreibungen verzichtet, die Erläuterungen vereinfacht und zur besseren Orientierung zusammenfassende Überschriften verfasst. Im Sinne eines Leitsystems sollten sie dem Laien-Besucher eine Hilfestellung zur zeitlichen und sachlichen Einordnung der Exponate geben. Mit dieser neuen Museumskonzeption, die der Didaktik größeren Raum einräumte und ein Massenpublikum in Aussicht nahm, verließ man das Konzept des "Instituts" mit seiner eher wissenschaftlichen Ausrichtung, was auch in der Wiedereinführung der Bezeichnung "Siemens-Museum" zum Ausdruck kam. Die Dauerausstellungsfläche wurde nun auf 2.000 qm erweitert, indem man in einem angrenzenden Gebäude Flächen anmietete. Ebenfalls 1981 wurde durch einen Erweiterungsbau Raum für Sonderausstellungen und das Akten- und Bildarchiv geschaffen. Die Sonderausstellungen mit ca. 250 qm ermöglichten es, den Besuchern auch Randgebiete der Elektrotechnik vorzustellen, so z. B. befasste sich die erste Ausstellung mit "Versteinertem Leben im Röntgenlicht". Dieses zusätzliche Angebot zielte auf ein breites - und nicht nur an Technik interessiertes - Publikum. Die Sonderausstellungen wechselten zunächst nur jährlich. Im weiteren Verlauf verdoppelte man die Frequenz und konzipierte sie als Wanderausstellung, so dass auch Publikum außerhalb der Reichweite des eigentlichen Siemens-Museums angesprochen werden konnte. Den nächsten großen Schritt bildete die Neukonzeption 1987, die durch eine erlebnisorientierte Gestaltung vor allem Jugendliche ansprechen sollte, um die vorhandene oder nur vermutete Technikfeindlichkeit der Jugend abzubauen. Zu diesem Zweck wurde der moderne Teil nach dem Konzept "Technik begreifen - erleben - verstehen" bzgl. Inhalt und Design total überarbeitet. Die historische Abteilung erfuhr eine entsprechende Anpassung, wobei man die bisher verbauten Fenster an der Fassade öffnete, um den Passanten schon von außen einen Einblick in die Schauräume zu ermöglichen. Der Nutzen für den Anwender und nicht die technische Funktion standen fortan im Mittelpunkt des Interesses. "Technik zum Anfassen" bildete den Leitgedanken. Die Exponate wurden vor allem nach dem Kriterium der Interaktivität ausgewählt, d. h. die Besucher sollten sie möglichst selbst - auch ohne Führer - benutzen können, um durch eigene Erfahrung und spielerisch einen Zugang zur modernen Technik zu erhalten. Im Bereich der Schaufenster gab es vor allem für Jugendliche eine "Spielwiese" mit PC-Anwendungen. Und als attraktives, multimediales Highlight bildete eine 30minütige Show den Übergang zwischen Historie und Moderne. Hier konnten auch die nun vermehrt durchgeführten Veranstaltungen Platz finden. Dies war insofern von Bedeutung, da sich das Siemens-Museum nun ausdrücklich als "Stätte der Begegnung" definierte. Als "Visitenkarte" des Unternehmens sollte es den Besuchern, den oft als komplexen, undurchsichtigen Koloss empfundenen Global player transparent werden lassen, sein Wirken - und zwar nicht nur auf technischer Ebene - verständlich machen. Den unterschiedlichen Interessen und Erwartungen der Besucher kam man mit einer entsprechend zielgruppenorientierten, breiten Angebotspalette über die Führungen hinaus entgegen: So realisierte man neben mehrsprachigen Infrarot-Führungen für Einzelbesucher vor allem einen Sammelkatalog zur Historie. Die Führungen wurden konsequent an den Besucherinteressen ausgerichtet: Neben der allgemeinen Überblicksführung bot man moderne Kommunikation, Energie- und Medizintechnik sowie Mikroelektronik als Schwerpunktthemen an. Zusätzlich wurden Berufsdiskussionen veranstaltet. Das Siemens-Museum als "außerschulischer Lernort", der den Praxisverlust der Schule kompensieren hilft, bildete von nun an eine weitere Leitidee. Durch die Entwicklung methodisch-didaktischer Handreichungen für Lehrer und Schüler konnten einzelne Sonderausstellung für den Unterricht noch intensiver genutzt werden. In Zusammenarbeit mit der Münchner Volkshochschule wurden Computerworkshops für Familien abgehalten, ebenso spezielle Ferienprogramme für Jugendliche mit Computer-Kursen, Video-Workshops, Quizspiel u.a.m. Auch mit zahlreichen Tagungen und Abendveranstaltungen konnten neue Besucherschichten angesprochen werden. Dies alles führte 1991 zu einem Höhepunkt der Besucherzahlen: ca. 95.000 Gäste besuchten in diesem Jahr das Siemens-Museum, 1971 waren es noch 6.000 gewesen.





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