Burg Altena, Germany
Stiftung Moritzburg . Kunstmuseum des Landes Sachsen-Anhalt
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Ein Dach für die Moritzburg
Modell des Entwurfs von Nieto Sobejano Architekten

Das Landeskunstmuseum in der Moritzburg leidet seit Jahrzehnten unter Raummangel und unbefriedigenden Ausstellungsmöglichkeiten. Um die wertvolle und renommierte Sammlung der Klassischen Moderne und Nachkriegsmoderne zur Geltung zu bringen und für die "Brücke"-Sammlung Hermann Gerlingers eine dauerhafte Präsentation zu schaffen, wird die Moritzburg derzeit erweitert. Der Entwurf von Nieto Sobejano bindet die historische Bausubstanz verschiedener Stilepochen der Burg in zeitgenössischer Sprache zusammen. Ein skulptural ausgebildetes Dach mit Aluminiumdeckung und hochgezogenen Oberlichtaufbauten überspannt den Nord- sowie den Westflügel und nimmt in seinen expressiven Formen Bezug auf die vorhandene unregelmäßige Dachlandschaft. Die Ausstellungsräume des zweiten Geschosses sind als Boxen von der Dachkonstruktion abgehängt. Im Bereich der Westruine, aber auch im Nordflügel entstehen eindrucksvolle Großräume von doppelter Geschosshöhe, in denen das Mauerwerk teilweise sichtbar bleibt. Galerien entlang der Außenmauern verbinden die Ausstellungsebenen und ermöglichen den Ausblick auf die Stadt, in den Burghof oder direkt in die Räume. An Stelle der zerstörten Südwestbastion entsteht ein neuer Erschließungsturm. Die Entwurfsidee von Nieto Sobejano leistet etwas Erstaunliches: Sie nutzt den Baubestand der Moritzburg, der bekanntlich nicht als Museum gedacht war, optimal für Museumszwecke und lässt dennoch das alte Bauwerk in vielen Bereichen unangetastet. Die Moritzburg wird weitergedacht, zu Ende gebaut, aber im Bewusstsein um ihren Charakter und ihren Charme. Eine zusätzliche Ausstellungsfläche von fast 1500 m² wird gewonnen, durch eine geschickte Erschließung und Wegeführung kann die gesamte Anlage künftig zum Rundgang zusammengeschlossen werden. Es wird ein attraktives, durch die Begegnung von alter Bausubstanz und zeitgenössischer Architektur einzigartiges und unverwechselbares Museum entstehen. Der Ausbau soll spätesten 2008 vollendet sein. Die Moritzburg wird dann für Architekturtouristen zu einem lohnenden und reizvollen Ziel werden.





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