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Staatliche Münzsammlung München
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Die erste bayerische Banknote: 100 Gulden 1836
100 Gulden 1836, Banknote der Bayerischen Hypotheken- und Wechselbank

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In Bayern legte Finanzminister von Lerchenfeld 1822 einen Entwurf zur Gründung einer Wechsel- und Hypothekenbank vor, die das Recht zur Ausgabe verzinslicher und unverzinslicher Scheine zu 50, 100 und 500 Gulden haben sollte. Die Abgeordneten der Kammern wollten aber davon nichts wissen, wie das Protokoll vermerkte, „zitterten manche Abgeordnete schon beim Wort Papiergeld“. Mit weiteren Projekten vergingen noch einmal 13 Jahre.

Zu den Befürwortern einer Bankgründung gehörte auch König Ludwig I., der den Innenminister Fürst von Oettingen-Wallerstein mit dem Einholen von Gutachten beauftragte. Der von Staatsrat Karl Georg von Sutner erarbeitete Entwurf des Bankgesetzes hielt sich weitgehend an die Vorschläge des Königlichen Hofbankiers Simon Freiherr von Eichthal. Gegen den Widerstand zahlreicher Abgeordneter nahm die Kammer von 1834 den Gesetzesentwurf an; auch die Bankstatuten wurden bald darauf genehmigt.

Die mit Datum vom 15. Oktober 1835 gegründete neue Bank erhielt den Namen „Bayerische Hypotheken- und Wechsel-Bank“. Es handelte sich um eine private Aktienbank, deren wichtigste Funktion die eines vermittelnden Organs zwischen Kapitaleignern und Kreditbedürftigen zur Ankurbelung der Volkswirtschaft war. Das Kapital der Bank sollte nach den Statuten 10 Millionen Gulden betragen und bis zu 20 Millionen aufgestockt werden können.

Die volkswirtschaftliche Bedeutung der Bank zeigt sich auch darin, dass sie als erste – und bis 1875 mit Monopol auch als einzige – Bank in Bayern das Notenprivileg erhielt, also das Recht, Banknoten auszugeben. Der § 8 des Bankgesetzes von 1834 bestimmte, dass die Summe der ausgegebenen Banknoten nicht mehr als 40 % des gesamten Bankkapitals, höchstens aber 8 Millionen Gulden betragen sollte. Drei Viertel der Emission mussten in doppelter Höhe durch ausgegebene Hypothekendarlehen, zu einem Viertel durch einen stets vorhandenen Vorrat an Bargeld, d.h. Münzen, gedeckt sein. Es durften keine Noten unter 10 Gulden ausgegeben werden. Josef Ritter von Maffei, einer der Administratoren der Bank, ließ sofort die Herstellung der neuen Banknoten vorbereiten.

Zunächst war die Notenausgabe nur gering, da diese ja an die Höhe des Grundkapitals gekoppelt war, das nach mehreren Einzahlungen erst 1852 seine vorgesehene Höhe von 20 Millionen Gulden erreicht hatte. Bis zum 31. Dezember 1836 waren erst für 100.000 Gulden, bis zum 31. Dezember 1838 für 1.400.000 Gulden Banknoten ausgegeben worden.

Aus Sicherheitsgründen erfolgte bis 1865 die gesamte Produktion der Banknoten im Gebäude der Bank. Das Banknotenpapier für diese und die folgenden Emissionen lieferte die vom Bankadministrator Joseph von Maffei und Christian August Erich betriebene Papiermühle. Da es noch keine Numerierapparate gab, mussten die Nummern für jeden Schein mit der Hand geändert werden.

Die Entwürfe für die vier allegorischen Figuren stammen von Leo von Klenze.





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