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Staatliche Münzsammlung München
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Erster Aufstand der Juden gegen Rom, Schekel, 67 n. Chr., Vorderseite
Erster Aufstand der Juden gegen Rom, Schekel, 67 n. Chr., Vorderseite

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Nach der erfolgreichen Vertreibung der Römer aus Jerusalem begannen die Aufständischen mit einer eigenen Münzprägung. Die Münzen hatten dabei weit mehr als eine wirtschaftliche Bedeutung. Sie waren ein Zeichen der Souveränität, eine „metallene Unabhängigkeitserklärung“, was auch durch die Datierung nach der Erlangung der Unabhängigkeit demonstriert wurde. Auch die Münzlegenden – hierbei auch die bewusste Wahl des Althebräischen – demonstrieren das. Darüber hinaus hatte das neue Geld auch kultische Funktion. Es entsprach in Metall und Gewicht den Schekeln von Tyros, die einzigen Münzen, mit denen bislang die Tempelsteuer bezahlt werden musste. Daher übrigens auch die von Christus aus dem Tempel vertriebenen Geldwechsler; sie tauschten das andere Geld in diese Schekel um, mit denen dann die Steuer bezahlt wurde. Die Münzen der Aufständischen machen mit der Legende „Schekel Israel“ deutlich, dass sie nun diese Funktion übernehmen.

Natürlich entsprechen alle Münzbilder dem jüdischen Bilderverbot. Auf dem Schekel sehen wir einen Kelch, ein heiliges Gerät, der für die Zubereitung des Weins für die Schaubrote gebraucht wurde. Die Umschrift gibt das Jahr des Beginns des Aufstandes (hier Jahr 2, 67 n. Chr.) und „Schekel Israel“.





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