Neuschwanstein
Staatliche Münzsammlung München
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Bayern, Max I. Joseph. Verfassungstaler 1818, Vorderseite
Bayern, Max I. Joseph. Verfassungstaler 1818, Vorderseite

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MAXIMILIANUS IOSEPHUS BAVARIAEA REX; Brustbild mit Lorbeerkranz in römischer Gewandung (Rüstung und Mantel) nach rechts.

Wittelsbach 2595; AKS 59; Jaeger 15.

Die Verfassung von 1818 löste die erst zehn Jahre alte Verfassung von 1808 ab. Am Vorabend des Geburtstags von König Max Joseph wurde die Verfassung in München vom Reichsherold feierlich verkündet. Am nächsten Tag leisteten die höchsten Hof- und Staatsbeamten vor dem König den Eid auf die neue Verfassung. Die Verfassung wurde vom König, wie die Präambel betont, „aus Unserm freyen Entschlusse“ gegeben, beruht also auf einem Gnadenerlaß, nicht auf einem Vertrag zwischen König und Volk. Sie schuf eine in zwei Kammern geteilte Ständeversammlung (Kammern der Reichsräte und der Abgeordneten), die – anders als 1808 – nur alle drei Jahre zusammentreten sollten.

In der Präambel wurden als Grundsätze der Verfassung verkündet: „Freyheit der Gewissen, und gewissenhafte Scheidung und Schützung dessen, was des Staates und der Kirche ist. Freyheit der Meinungen, mit gesetzlichen Beschränkungen gegen den Mißbrauch. Gleiches Recht der Eingebornen zu allen Graden des Staatsdienstes und zu allen Bezeichnungen des Verdienstes. Gleiche Berufung zur Pflicht und zur Ehre der Waffen. Gleichheit der Gesetze und vor dem Gesetze. Unpartheylichkeit und Unaufhaltbarkeit der Rechtspflege“... etc. Das Original der Verfassungsurkunde, 134 Seiten Pergament mit dem Siegel König Max Josephs, wird im Hauptstaatsarchiv in München aufbewahrt.

Exemplare des Verfassungstalers in Gold wurden 1819 allen Kreisstädten erster und zweiter Klasse, in Silber allen übrigen Gemeinden übergeben. Ein Ministerialerlaß vom 25. Mai 1819 bestimmte, „daß diese Münzen den Gemeinden auf eine des Gegenstands würdige Weise zur Aufbewahrung zugestellt werden, indem hiedurch für alle Gemeinden des Reiches eine Sammlung von Denkmünzen der Regenten Baierns, vom erhabenen Stifter der Verfassungs-Urkunde angefangen, begründet werden soll. Wenn dann alle Jahre am Tage der Stiftung der Schuljugend diese Denkmünzen gewiesen und erklärt werden, so wird das Bild des erhabenen Stifters der Verfassung mit dem dankbaren Andenken an denselben in den Herzen aller Baiern auch nach Jahrhunderten fortleben und der Segen des Himmels für Ihn und alle seine Nachfolger mit dankbarer Rührung erfleht werden.“ 1820 wurden Verfassungstaler auch an die höheren und Volksschulen in den Städten verteilt, wo sie am Verfassungstag vorgezeigt werden sollten. Dies geschah zumindest 1824, anläßlich des 25jährigen Regierungsjubiläums des Königs.





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