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Römermuseum Güglingen
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Die Archäologische Freilichtanlage „Römischer Vicus und Mithräen von Güglingen“

Im Güglinger Industriegebiet „Ochsenwiesen/Steinäcker“ wurden von 1999 bis 2005 durch das Landesamt für Denkmalpflege weite Teile einer zivilen ländlichen Siedlung (Vicus) aus römischer Zeit ausgegraben. Sie war ein zentraler Handels- und Marktort für die Umgebung und lieferte umfangreiches Fundmaterial des 2. und 3. Jahrhundert n. Chr. zu Tage. Der Güglinger Vicus verfügte auch über zwei Heiligtümer des Mithraskultes, sogenannte Mithräen. In neuerer Zeit sind in Baden-Württemberg bislang nur sechs dieser Heiligtümer ausgegraben worden. Am originalen Fundplatz wurden einige Reste des Vicus erhalten und wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Das zentrale Kernstück der Anlage bildet die konservierte Originalsubstanz von Mithräum II. Es sorgte bereits während der Ausgrabung für internationales Aufsehen, da sein Altarbereich mit der Skulpturenausstattung annähernd vollständig erhalten geblieben ist. Zudem wurden weite Teile der Gerätschaften und des Geschirrs aufgefunden, die man einst in diesem Geheimkult verwendete. Auf den konservierten Resten des Mithräums wurde die beeindruckende Konstruktion des Gebäudes wieder errichtet, das ursprünglich aus lehmverputztem Holzfachwerk bestand. Dem Besucher wird dadurch die ursprüngliche Dimension des Gebäudes vor Augen geführt. Sie verdeutlicht gleichzeitig dessen Gliederung in einen ebenerdigen Vorraum und den in die Erde eingetieften Kultraum. Die seitlichen Liegepodien, auf denen die ausschließlich männlichen Anhänger des Mithraskultes einst lagen, wurden mit ihrer ursprünglichen Eichenlattendeckung rekonstruiert. Sie können über die spiegelbildlichen, am Beginn des Kultraumes gelegenen Treppenaufgänge begangen werden. Darüber hinaus sind Teile des Straßen- und Wegenetzes im römischen Vicus wieder kenntlich gemacht worden. Zwei angedeutete Hausgrundrisse von Streifenhäusern, mit denen die Siedlung einst einheitlich bebaut war, verdeutlichen das ursprüngliche, typische Siedlungsgefüge. Im rückwärtigen Bereich eines der schmalen, langrechteckigen Hausgrundstücke wurde nach dem Ende der archäologischen Untersuchungen ein 8 Meter tiefer Steinbrunnen am Fundort erhalten. Heute ist er wieder aufgemauert und mit einem rekonstruierten Brunnendach versehen. Ein rekonstruierter Weidenrutenflechtwerkzaun bildet die Einfriedung eines der Streifenhaus-Grundstücke und setzt den erhaltenen, immer noch Grundwasser führenden Brunnen wieder in seinen ursprünglichen Lagebezug im Hinterhofbereich des Hauses. Der heutige Bewuchs der gesamten Freilichtanlage orientiert sich an einigen der zahlreichen Pflanzenarten, die die paläobotanischen Untersuchungen an den Inhalten von verschiedenen Latrinen und Brunnen erbrachten. Die Informationstafeln in der Anlage erläutern nicht nur die römische Siedlung und das Mithräum II von Güglingen, sondern führen den Besucher bereits auf seinem Weg in die Anlage entlang von sieben Stationen in die unterschiedlichen Weihegrade des geheimnisvollen Mithraskultes ein. Die Freilichtanlage steht in enger inhaltlicher Beziehung zum Güglinger Römermuseum in der Stadtmitte. Dort sind in der umfangreichen Dauerausstellung die archäologischen Funde aus den Grabungen des Landesamtes für Denkmalpflege zu sehen. Darunter befinden sich auch die Originalfunde der Kultgerätschaften und Steindenkmäler aus dem Mithräum II, dessen Kultraum in einer verkürzten Rekonstruktion im Maßstab 1:1 besichtigt werden kann. Parkmöglichkeiten befinden sich in der Emil-Weber-Straße. Von dort ist das Gelände hinter Feuerwehr und Bauhof fußläufig zu erreichen. Die Anlage ist ganzjährig frei zugänglich.





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