Burg Altena, Germany
Staatliche Münzsammlung München
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Bayern Ludwig I. Geschichtskonventionstaler Vorderseite
Bayern Ludwig I. Geschichtskonventionstaler Vorderseite

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Die bayerischen Geschichtstaler entstanden unter großer Anteilnahme von König Ludwig I. Er gab für viele Taler die Themen vor, ließ sich die Entwürfe immer wieder vorlegen und brachte seine Änderungswünsche an.

Nach dem Wechsel von Johann Stigelmaier an die Spitze der königlichen Erzgießerei wurde Carl Voigt als Münzgraveur nach München berufen. Von ihm wurden dann alle Stempel der bayerischen Geschichtstaler graviert. Seine Signatur ist auf der Vorderseite unter dem Porträt zu sehen.

Die Geschichtstaler waren bis zum Dresdner Münzvertrag von 1838 Konventionstaler nach der österreichisch-bayerischen Münzkonvention von 1753. Im täglichen Geldverkehr spielten Konventionstaler zur Zeit Ludwigs I. keine Rolle mehr. Andere Nominale, vor allem der Kronentaler, hatten den Konventionstaler aus dem Geldverkehr gedrängt und die Einstellung seiner Prägung erzwungen. Ab 1838 wurden die Geschichtstaler entsprechend der Dresdner Münzkonvention als Vereinsdoppeltaler geprägt.

Insgesamt wurden unter Ludwig I. bis zu seiner Abdankung 37 Geschichtstaler zu ganz verschiedenen Anlässen geprägt. Unter Maximilian II. wurde die Serie der Geschichtstaler nur bis 1856 fortgesetzt. Dabei erfolgte die Prägung oft erst mehrere Jahre nach dem Prägeanlass und dem angegebenen Datum, die Ausgabe verzögerte sich oft noch länger. So wurde der Taler auf den Regierungsantritt Ludwigs I. (1825) erst im Etatjahr 1837/38 ausgegeben.

Von den Geschichtskonventionstalern wurden von 1830 bis 1836 insgesamt 56.214 Stück geprägt, also pro Jahr im Durchschnitt 8.030. Die Taler wurden immer wieder nachgeprägt. Ab 1834 wurden Geschichtstaler nur noch zu besonderen Anlässen abgegeben – etwa zur Bezahlung der Abgeordnetendiäten und als Geldpreise. So wurden die 5.806 Geschichtskonventionstaler des Etatjahrs 1837/38 zu „Preißen für die Schulen, für das Landgestütt und für das Octoberfest“ abgegeben.

Die geringen Prägezahlen und die Beschränkungen bei der Abgabe der Taler zeigen bereits, dass sie im täglichen Geldumlauf kaum eine Rolle spielen konnten.





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