Burg Altena, Germany
Staatliche Münzsammlung München
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Bayern, Ludwig I., Geschichtstaler auf die Verfassungssäule zu Gaibach, 1828
Bayern, Ludwig I., Geschichtstaler auf die Verfassungssäule zu Gaibach, 1828

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VERFASSUNGSSÆULE / ERRICHTET VOM – GR. V. SCHOENBORN; Verfassungssäule. Im Abschnitt EINGEWEIHT / 1828.

Wittelsbach 2732; AKS 123; Jaeger 38.

Gaibach ist heute ein Stadtteil von Volkach am Main, die Verfassungssäule hat alle Zeiten und späteren Verfassungen überlebt. Graf Franz Erwein von Schönborn, Standesherr einer 1807 in Bayern aufgegangenen Reichsgrafschaft, hatte sich von Anfang an klar für Bayern ausgesprochen und auch die seiner liberalen Einstellung entsprechende neue Verfassung von 1818 befürwortet. Er wollte den Jahrestag der Verfassung zu einem jedes Jahr gefeierten Festtag machen. An einem Verfassungsdenkmal sollten sich am Jahrestag Zehntausende von Menschen versammeln. Schönborn gewann den damaligen Kronprinzen Ludwig für seine Idee, und am dritten Jahrestag der Verfassung, am 26. Mai 1821, konnte in Anwesenheit Ludwigs der Grundstein zur Verfassungssäule gelegt werden.

Die Einweihung der Säule wurde als ein großer Festakt am 23. August 1828 vorgenommen. Ludwig I. bedankte sich mit diesem (1831 ausgegebenen) Geschichtstaler bei Schönborn für seinen Patriotismus. Er sandte ihm ein Exemplar des Talers mit folgenden Worten zu:

„Ich beeile mich, den ersten geprägten, die Verfassungssäule darstellenden Taler ihrem edlen Errichter zuzustellen. Ein inniger Verfassungsfreund schickt ihn einem anderen. Die Säule ist ein herrliches Denkmal, welches nach Jahrhunderten noch rühmlich von der Gesinnung dessen zeugen wird, dem sie ihre Entstehung zu verdanken hat. Würde die Verfassung auch zur Verhinderung manches Wünschenswerten, manches Trefflichen mißbraucht, so bestimmt mir dieses die Überzeugung nicht, daß wesentlich heilsam sie sei, der ich bereits in den Tagen napoleonischer Zwangsherrschaft sowie nach errungener Befreiung für Verfassung lebhaft fühlte.“

Als aber der Würzburger Bürgermeister W. J. Behr wegen seiner Rede bei der Gaibacher Verfassungsfeier von 1832 abgesetzt und schließlich sogar verhaftet, 1835 vom Appellationsgericht in Landshut wegen Majestätsbeleidigung zu unbegrenzter Festungshaft verurteilt worden war, zog sich Schönborn aus Protest vom politischen Leben zurück. Mit den Feiern in Gaibach war es vorbei, die Verfassungssäule verwaiste.

Eine ausführliche Darstellung des Geldwesens, der Münzen und Banknoten von Bayern in der Zeit des Königreichs ist Dietrich O. A. Klose / Franziska Jungmann-Stadler, Königlich Bayerisches Geld. Zahlungsmittel und Finanzen im Königreich Bayern 1806–1918, München 2006. 151 S., zahlreiche Abb. in Farbe und s/w. Preis: 20,00 Euro zuzügl. Versandkosten. Zu beziehen bei der Staatlichen Münzsammlung München oder im Buchhandel.





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