Neuschwanstein
Staatliche Münzsammlung München
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Geschichtstaler Errichtung der Bayerischen Hypotheken- und Wechsel-Bank, 1835
Geschichtstaler Errichtung der Bayerischen Hypotheken- und Wechsel-Bank, 1835

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ERRICHTUNG DER BAYERISCHEN HYPOTHEKEN-BANK; an einen mit einem Merkurstab versehenen Säulenschaft lehnende weibliche Gestalt, die Rechte auf den Kopf legend. Im Abschnitt 1835.

Wittelsbach 2743; AKS 133; Jaeger 48.

Ein großes Problem der bayerischen Wirtschaft nach den napoleonischen Kriegen war das Fehlen von Kapital, das zum Wiederaufbau und zur Einführung der neuen technischen und chemischen Erfindungen notwendig war. Bereits 1818 hatte der Landwirtschaftliche Verein in Bayern die Errichtung einer sogenannten „Hypothekenbank“ gefordert. In der Folgezeit gab es zahlreiche Projekte. Ludwig I. ließ schließlich von seinem Innenminister, Fürst von Oettingen-Wallerstein, ein Gutachten über die Errichtung einer derartigen Bank anfertigen.

Die „Bayerische Hypotheken- und Wechsel-Bank“ sollte unter dem Schutz und der Oberaufsicht des Staates stehen. Am 18. Juni 1835 unterzeichnete Ludwig I. die Gründungsurkunde der Bank. Sie sollte 60 % ihres Kapitals zu Anleihen auf Grund und Boden und 40 % für andere Bank- und Wechselgeschäfte „vorzüglich im Interesse der Gewerbe treibenden Klasse“ verwenden. Außerdem erhielt sie das Notenprivileg und war damit die erste Institution, die in Bayern Banknoten ausgeben durfte. Die Bedeutung der neuen Bank war den Zeitgenossen sehr wohl bewusst, und so schrieb G. Krämer (Bayerns Ehrenbuch, Bd. 2, München 1841, S. IX) im Zusammenhang mit den „weisesten und in ihren Folgen wohlthätigsten Verfügungen“ Ludwigs I. für die Wirtschaft, „der Glanzpunkt dieses Theiles Seiner ächt königlichen Vorsorge wird stets die Gründung einer Hypothek- und Wechselbank, als Nationalbank für das Königreich Bayern bleiben.“

Eine ausführliche Darstellung des Geldwesens, der Münzen und Banknoten von Bayern in der Zeit des Königreichs ist Dietrich O. A. Klose / Franziska Jungmann-Stadler, Königlich Bayerisches Geld. Zahlungsmittel und Finanzen im Königreich Bayern 1806-1918, München 2006. 151 S., zahlreiche Abb. in Farbe und s/w. Preis: 20,00 Euro zuzügl. Versandkosten. Zu beziehen bei der Staatlichen Münzsammlung München oder im Buchhandel.





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