Sie haben den MontageEber gewählt, den markanten Kran im Eberswalder Familiengarten.
Frau: Schon von weitem fällt er ins Auge. Der MontageEber ist zum Wahrzeichen des Familiengartens geworden. Und auch für die Industrielandschaft des Finowtals steht er bis heute ganz deutlich.
Mann: Das liegt nicht nur an seiner Größe, sondern auch an seiner Silhouette. Der Kran wurde 1954 als Muster für eine Montagekranserie entwickelt. Er blieb auf dem Werksgelände und diente dort zur Vormontage anderer Kräne.
Frau: Heute können Sie ihn selbst erleben. Auf dem Kran befindet sich eine Aussichtsplattform. Schon der Weg nach oben ist ein Erlebnis. Oben angekommen, öffnet sich eine weite Aussicht über das Gelände des Familiengartens und über die historischen Industriebauten.
Mann: Besonders nah liegt das angrenzende Gelände der ehemaligen Ardelt-Werke. Dieser Betrieb prägte die Industriegeschichte Eberswaldes maßgeblich.
Frau: Die Geschichte beginnt früh. Bereits 1904 gründete Robert Ardelt mit seinen technisch hervorragend ausgebildeten Söhnen die Maschinenfabrik Robert Ardelt & Söhne in der Eisenbahnstraße 38. Die Produktion auf dem Gelände an der Heegermühlerstraße begann 1911.
Mann: Dank hoher fachlicher Kompetenz und des Geschäftssinns der Familie gewann das Unternehmen rasch Kunden in der ganzen Welt. Produziert wurden Gießereimaschinen, Getriebe für Eisenbahnen und Lastkraftwagen sowie Saugzug- und Entstaubungsanlagen. Dazu kamen Krane in vielen Formen und Größen.
Frau: Ein wichtiger Schritt folgte 1932. Die Ardelt-Werke meldeten ein Patent für das Doppellenkerwippsystem bei Drehkranen an. Damit konnte die Kranlast nahezu waagerecht bewegt werden.
Mann: Doch zur Geschichte dieses Ortes gehört auch die Zeit der Gewalt. Während beider Weltkriege produzierten die Ardelt-Werke im großen Stil Rüstungsgüter. Ab 1943 leisteten vor allem weibliche Häftlinge aus dem Außenlager des KZ Ravensbrück Schwerstarbeit. Von 6940 Beschäftigten im Jahr 1944 waren 3833 Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene.
Frau: 1945 demontierte die Sowjetarmee das unversehrt gebliebene Werk fast vollständig. Doch schon 1948 nahm der VEB Kranbau Eberswalde die Produktion wieder auf.
Mann: Bis zur Wende war er ein führender Spezialbetrieb für Hafen- und Werftkrane in Europa. Heute ist das Nachfolgeunternehmen, die Kocks Ardelt Kranbau GmbH, noch immer Weltmarktführer für Doppellenkerkrane. Die Grundlage dafür bleibt das Patent von 1932.
Frau: Wenn Sie nun auf die historischen Bauten und das weite Gelände blicken, verbindet der MontageEber Aussicht und Industriegeschichte auf eindrucksvolle Weise.
Mann: Und genau deshalb ist dieser Kran mehr als nur ein technisches Objekt. Er ist ein sichtbares Zeichen für die Geschichte dieses Ortes und Teil des Eberswalder Höhenpasses.